Aktuelle Information zur Schulbussituation

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Michael Joithe
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Aktuelle Information zur Schulbussituation

Beitrag von Michael Joithe » Mo Apr 23, 2018 7:02 pm

e-Mail des Schulträgers auf mehrfache Anfrage der Stadtschulpflegschaft
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Sehr geehrte Frau Breer,

Sie haben eine vorhergehende Mail am 04.12.2017 konkretisiert und darin Probleme der Schülerbeförderung an drei Schulen beschrieben.

Es ist mir zunächst wichtig, erneut zu betonen, dass die Stadt Iserlohn und hier die Schulverwaltung grundsätzlich nicht zuständig ist für die Organisation der Schülerbeförderung. Zuständig sind in unserem Bereich allein die beiden Verkehrsgesellschaften brs und MVG. Nach den gesetzlichen Vorschriften (Schulgesetz und Schülerfahrkostenverordnung) ist die Stadt Iserlohn rein formell nur zur Übernahme der Kosten einer angemessenen Beförderung verpflichtet. Die Stadt Iserlohn hat aber natürlich immer schon ein Interesse daran, dass die Schülerbeförderung möglichst problemlos läuft und interpretiert ihre Rolle hier etwas weitergehender. Wir versuchen, auftretende Problematiken zu kommunizieren und zu moderieren und über unsere Ortskenntnisse möglichst viel zur Problemlösung beizutragen, was wir aber immer nur in einem bestimmten Rahmen erreichen können. Insofern finde ich es gut und richtig, dass Sie die Mail zunächst an uns gerichtet haben.

Uns wäre wichtig, dass künftig die diesbezüglichen Probleme über die Schulleitungen an uns herangetragen werden, weil nicht zuletzt aktuelle Gespräche mit einigen Schulleitungen gezeigt haben, dass zunächst die Problemstellungen immer zeitnah bei den Schulleitern bekannt sein sollten und diese zumindest die Gelegenheit haben sollten, im Rahmen ihrer Möglichkeiten schulorganisatorisch darauf zu reagieren. Manchmal können Sie von dieser Seite her zur Lösung von Problemen beitragen, denn es ist auf Seiten der Verkehrsunternehmen einfach nicht immer möglich, Probleme zu lindern bzw. Wartezeiten sehr klein zu halten (siehe unten).

Die Problematiken der drei Schulen Gymnasium Letmathe, Gesamtschule Seilersee und Märkisches Gymnasium haben wir an die beiden Verkehrsunternehmen weitergeleitet. Die Antworten von dort haben aufgrund besonderer Umstände länger als üblich gedauert, so dass auch ich Ihnen erst heute antworten kann.
Übrigens hat in der Zwischenzeit unser Ansprechpartner bei der brs nach relativ kurzer Zeit schon wieder den Arbeitgeber gewechselt, was uns in der Vergangenheit auch schon einige Mal passiert ist.

Die MVG hat für die Bereiche Gymnasium Letmathe und Gesamtschule Seilersee folgendes mitgeteilt:

Gymnasium Letmathe

Bei der Einführung des Nachmittagsunterrichts (G8) haben wir die Randbezirke Lössel, Grürmannsheide und Lasbeck mit Direktverbindungen versorgt. Das Gebiet Oestrich/Dröschede wird über einen Umstieg an der Hast. Letmathe Mitte erreicht (die Linie 15/16 verkehrt dort im 15-Minuten-Takt).
Einen zusätzlichen Bus am Nachmittag haben wir leider nicht zur Verfügung - die regulär eingesetzten Fahrzeuge können aber alle Schüler befördern.
(Anmerkung der Schulverwaltung: Mit dem letzten Satz ist wohl gemeint, dass die MVG grundsätzlich mehr als genügend Kapazitäten bereitstellt, damit mittags und nachmittags alle Schüler nach Hause transportiert werden können. Hier wird auch eine rein wirtschaftliche Komponente angesprochen.)

Gesamtschule Seilersee

Durch die Änderung am 27.01.17 haben wir erreicht, dass alle Schüler den Bus vom Hemberg zum Wiesengrund erreichen. Allerdings ist die Verkehrssituation morgens auf der Baarstr. alles andere als gut. Der Bus vom Wolfskoben kommt als letzter am Hemberg an und hat dadurch sehr viel Verkehr (Elterntaxis) vor sich. Dadurch kommt es auf der Folgefahrt zum Wiesengrund oft zu Verspätungen. Wir können den Bus z.Z. leider nicht früher am Wolfskoben losfahren lassen - wir werden aber nach einer Lösung suchen.
(Anmerkung der Schulverwaltung zum letzten Halbsatz:
Derzeit ist nicht klar, ob ein Lösungsansatz gefunden wurde bzw. in absehbarer Zeit überhaupt gefunden werden kann. Dies wurde aktuell bei der MVG nochmals nachgefragt.


Die brs, Herr Lins hat zu jedem Teilproblem im Zusammenhang mit dem Märkischen Gymnasium etwas ausführlicher Stellung genommen. Im direkten Anschluss füge ich jeweils an, was dazu unser ausführliches Gespräch mit dem MGI, Herrn Peters ergeben hat.

Hinfahrt 1. Stunde

Es bestehen zahlreiche Fahrtmöglichkeiten aus dem Iserlohner Norden, welche eine Beförderung der Schüler zu sämtlichen Standorten im Stadtgebiet Iserlohn sicherstellen. Aufgrund der morgendlichen Verkehrsspitze sowie der Tatsache, dass an vielen Schulen unterschiedliche Anfangszeiten bestehen, schließt es sich aus, dass für sämtliche Schüler zu allen Schulen eine "passgenaue" Ankunft zum Unterrichtsbeginn ermöglicht werden kann. Aus wirtschaftlichen Gründen sowie aufgrund der Problematik der Fahrzeugverfügbarkeit übernehmen zudem mehrere Fahrzeuge zwei Fahrten zur 1. Stunde (eine frühe Ankunft, eine späte Ankunft).
Für die konkret bemängelte Anbindung von Kalthof an dieser Stelle der Hinweis, dass ab der Haltestelle Kalthof, Mitte eine weitere Fahrtmöglichkeit mit der Fahrt 2030 059 (7.24 Uhr ab Kalthof, Mitte) besteht, die ebenfalls das Schulzentrum Hemberg anfährt - gleichwohl weisen wir an dieser Stelle noch einmal darauf hin, dass eine gleichmäßige Fahrgastverteilung zwingend sicherzustellen ist und nicht sämtliche Schüler die bevorzugten spätesten letzten Fahrtmöglichkeiten nutzen können.
Soweit der konkrete Wunsch der Stadt Iserlohn als zuständigem Schulträger besteht, eine zusätzliche Fahrtmöglichkeit einzurichten, können wir nach Mitteilung des gewünschten Linienweges gerne eine Abfrage starten; im Falle einer positiven Rückmeldung muss für eine solche zusätzliche Fahrt aber mindestens von Kosten von 150 € pro Schultag ausgegangen werden.

Schulverwaltung:
Morgens kommen 7 Busse aus dem Iserlohner Norden am Hemberg an. Der Schulbeginn ist um 7.55 Uhr. Um 7.20 Uhr kommen die ersten an, 7.40 Uhr öffnet normalerweise die Schule, bei schlechtem Wetter um 7.30 Uhr. Es erscheint schlichtweg unmöglich, dass ausnahmslos alle Busse passgenau kurz vor Unterrichtsbeginn den Hemberg erreichen.

Rückfahrt 5. Stunde (Schulschluss 12.30 Uhr)

Bei der aufgeführten Fahrt um 12.27 Uhr ab der Haltestelle Hemberg handelt es sich um eine im Takt verkehrende Fahrt, hier schließt sich eine zeitliche Verschiebung aus betrieblichen Gründen aus.
Die Fahrt 2018 031 um 12.37 Uhr bedient vorrangig Drüpplingsen und Hennen und endet um 13.02 Uhr an der Haltestelle Hennen, Bahnhof. An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, dass das eingesetzte Fahrzeug im Anschluss mit der Fahrt 2030 065 über Kalthof (Ankunft Kalthof, Mitte u.A. gegen 13.12 Uhr) zurück nach Iserlohn geführt wird, so dass für die Kalthofer Schüler eine Rückfahrmöglichkeit bestehen würde.
Eine Bedienung von Rheinen kann in der gewünschten Zeitlage derzeit aus Fahrzeitgründen nicht realisiert werden, hier ist folglich auf die nächste planmäßige Fahrtmöglichkeit der Linie R 30 (Fahrt 2030 020 um 13.29 Uhr ab Hemberg) auszuweichen, alternativ besteht für die Rheinener Schüler am Dienstag die Möglichkeit, um 12.54 Uhr am Hemberg in die Fahrt 2030 506 (12.50 Uhr ab Nußberg) zuzusteigen.
Insgesamt ist es unseres Wissens so, dass die Bedeutung des Schulschlusses nach der 5. Stunde insbesondere aufgrund des zunehmenden Nachmittagsunterrichtes deutlich zurückgegangen ist, soweit jedoch an einzelnen Tagen in dieser Zeitlage eine ausgewiesen hohe Fahrgastnachfrage besteht, können wir die Einrichtung eine zusätzlichen Fahrtmöglichkeit, die ggf. von der Stadt Iserlohn finanziert werden müsste, gerne prüfen.

Schulverwaltung:
Diese Problematik gab es wegen eines besonderen Lehrermangels nur einmal wöchentlich ein Halbjahr lang (in diesem Halbjahr nach dem Stundenplanwechsel schon nicht mehr). Eigentlich kommt ein Schulschluss nach der 5. Stunde nicht vor. Hier kam es einmal vor und hat in Richtung Norden auch nur relativ wenige Schüler betroffen. Die Schule will künftig grundsätzlich einen Schulschluss nach der 5. Stunde vermeiden, auch wenn dies in bestimmten Situationen schwierig sein kann.

Rückfahrt 7. Stunde (Schulschluss 14.10 Uhr bzw. am Dienstag um 14.25 Uhr)

Grundsätzlich bestehen anscheinend Mo. - Fr. (mit Ausnahme Dienstag) zufriedenstellende Rückfahrtmöglichkeiten mit den Regelfahrten um 14.15 Uhr bzw. 14.25 Uhr in alle relevanten Ortsteile. Demnach erschließt sich uns nicht, warum am Dienstag abweichende Unterrichtszeiten gelten. Fakt ist, dass sich eine Verschiebung der Regelfahrten ausschließt und, soweit gewünscht, am Dienstag eine zusätzliche Rückfahrtmöglichkeit angeboten werden müsste, die von der Stadt Iserlohn zu finanzieren ist.

Schulverwaltung:
Die Schwierigkeit scheint darauf zu basieren, dass die Schule auf Wunsch der Schüler eine Verkürzung der Mittagspause für eine begrenzte Zahl von Schülern vereinbart hat, aber dabei wurde nicht bedacht, dass dies Schwierigkeiten bei der Busanbindung mit sich bringt, laut Schule sollte die Regelung aber trotzdem aufrecht erhalten werden. Außerdem melden sich einige wenige Schüler freiwillig zu einem einmal wöchentlich stattfindenden NW-Förderkurs an.

Rückfahrt 9. Stunde (Schulschluss 15.50 Uhr bzw. am Dienstag um 16.00 Uhr)

Am Montag / Donnerstag besteht eine Rückfahrtmöglichkeit mit der Fahrt 2030 516 um 15.55 Uhr ab Gesamtschule Nußberg in Richtung Kalthof / Hennen, die um 16.05 Uhr ebenfalls die Haltestelle Schulzentrum Hemberg bedient, an den drei anderen Tagen verkehrt die Fahrt bisher nicht. Weitere Regelfahrten bestehen um 16.27 Uhr ab Hemberg mit der Fahrt 2030 026 in Richtung Kalthof / Hennen / Rheinen bzw. um 16.25 Uhr ab Schulzenrum Hmberg mit der Fahrt 2018 023 in Richtung Drüpplingsen. Prinzipiell besteht die Möglichkeit, die Fahrt 2030 516 auch am Dienstag / Mittwoch / Freitag anzubinden und zusätzlich über Rheinen und Drüpplingsen zu führen. Da sich hierdurch die Umlaufzeit des eingesetzten Auftragnehmers verlängert, sind die dadurch entstehenden Mehrkosten ggf. von der Stadt Iserlohn zu übernehmen.

Schulverwaltung:
Auch diese Problematik betrifft grundsätzlich relativ wenige Schüler. Im neuen Schuljahr 2018/2019 muss erneut überprüft werden, wie viele Schüler konkret betroffen sind.

Rückfahrt 10. Stunde

Die in der Tabelle aufgeführten Rückfahrtmöglichkeiten sind korrekt abgebildet, das auf der Fahrt 2018 025 eingesetzte Fahrzeug fährt nach Ankunft um 17.54 Uhr an der Haltestelle Hennen-Bahnhof umgehend über Drüpplingsen zurück nach Iserlohn (Fahrt 2018 026), so dass eine umsteigefreie Fahrtmöglichkeit für die Drüpplingser Schüler besteht. Eine Verlegung der Fahrten schließt sich aus betrieblichen Gründen aus. Soweit eine nennenswerte Nachfrage bestehen sollte, prüfen wir gerne die Einrichtung einer zusätzlichen Fahrtmöglichkeit ab Schulzentrum Hemberg, die dadurch entstehenden Mehrkosten wären jedoch von der Stadt Iserlohn zu übernehmen.

Schulverwaltung:
Diese Problematik entsteht im Wesentlichen dadurch, dass die Oberstufe vereinzelt Unterricht bis zur 10. Stunde hat. Insgesamt fahren aber relativ wenige Schüler mit dem Bus in Richtung Norden.

Allgemeines brs:

Zusammenfassend müssen wir gemäß dem Schreiben konstatieren, dass die von Eltern / Schulen formulierten Anforderungen an die Schülerbeförderung zunehmend komplexer werden. Bedingt durch die hohe Anzahl von ausgewiesenen Unterrichtszeiten (die zum Teil von Werktag zu Werktag differieren) wird eine direkte Rückfahrt aller Schüler aus wirtschaftlichen Gründen und aus Gründen einer gewünschten Fahrplantransparenz faktisch unmöglich. Weiterhin gehen wir aber auch davon aus, dass die Nachfrage einzelner Schlusszeiten (bspw. 10. Stunde) nicht an sämtlichen Werktagen besteht und zum Teil nur eine geringe Anzahl von Schülern zu befördern wären. Eine komplett zufriedenstellende Berücksichtigung solch möglicherweise individueller Belange ist ausgeschlossen, soweit nicht eine Kofinanzierung durch den Schulträger vorgenommen wird.

Allgemeines Schulverwaltung:

Durch viele Diskussionen und Gespräche in den letzten 15 Jahren habe ich folgendes zur Schülerbeförderung mitgenommen:

Grundsätzlich ist es bei einer Struktur, wie sie die Stadt Iserlohn aufweist, nicht möglich, alle Schüler zu jeder Zeit passgenau und ohne Wartezeiten morgens zur Schule hin und nach Schulschluss wieder zurück zu transportieren. In anderen Gegenden des Landes ist das aus diesem Grunde noch deutlich ungünstiger, das kann ein ÖPNV bzw. ein ergänzender Sonderbusverkehr nicht leisten. Auch wenn dies im Einzelfall unbefriedigend erscheinen mag, so kann nicht erwartet werden, dass der diesbezügliche Busverkehr in die noch so weit entlegenen Wohnquartiere ähnlich gut organisiert werden kann, wie dies bei den meisten innerstädtischen Wohnlagen der Fall ist.

Zusätzliche Schwierigkeiten haben die vielen sich entwickelnden Schulschlusszeiten in den letzten Jahren mit sich gebracht. Diese gelten darüber hinaus oft auch nur an einzelnen Tagen oder über wenige Wochen. Mindestens ändern sich aber die Anforderungen in jedem Halbjahr nach jedem Stundenplanwechsel.

Bei den hier geschilderten Problemen ist prägend, dass es jeweils nur relativ wenige Schüler und dann auch bei weitem nicht an jedem Schultag betrifft. Das kann eine Verkehrsgesellschaft nicht darstellen und nicht lösen.

Abgesehen davon, dass sich einige Probleme in der Zwischenzeit schon wieder erledigt haben und sich ggf. zwei Problemstellungen der Schüler anscheinend einfach durch Sitzenbleiben (im Bus!) erledigen, konnten wir hier daher keine Lösung erreichen.

Bezogen auf die Gymnasien mit der Rückkehr zu G 9 werden sich hier beginnend mit dem Schuljahr 2019/2020 wieder erhebliche Veränderungen (bessere Bedingungen!!) ergeben, weil die Schüler aufwachsend dann grundsätzlich nur noch 6 Stunden täglich haben und die Vielzahl von Schulschlusszeiten dann kein Problem mehr darstellt.

Zudem werden sich durch die Veränderungen in der Schullandschaft Iserlohns (Endgültige Schließung der RS am Bömberg und Bezug des endgültigen Standortes durch die Gesamtschule Seilersee) langsam aber sicher wieder neue, verlässlichere Strukturen in der Schülerbeförderung ergeben.

Mit freundlichen Grüßen
W. Kolbe
Bereichsleiter Schulverwaltung

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